19. Februar 2012
Nachfolgender Beitrag wurde durch einen Leser von “Der Nudist” zugesandt:
Bereits im Jahr 2007 begab ich mich auf eine Skitour mit dem Vorsatz, die Schwalbenmauer zu besteigen und das wenn möglich nackt! Der Wetterbericht war zwar nicht berauschend, ich ließ mich halt mal überraschen. Von meinem letzten Anstieg wußte ich, dass die Skier sicher eineinhalb Stunden am Rucksack zu tragen sind.
Als ich beim Ausgangspunkt ankam, fuhren gerade vier Mountainbiker weg. Ich zog meine Skischuhe an und montierte die Ski auf den Rucksack und wanderte los. Nach 10 Minuten war ich im Katzengraben – hier zog ich mich aus. Ich ging flott hinauf, von der Temperatur her war es sehr angenehm. Ab und zu spürte ich einen kalten Windhauch. Außerdem hörte ich das Geräusch des Windes, wenn er durch die Bäume blies. Stellen, wo viele Bäume teilweise auch quer auf dem Weg lagen, waren mit Vorsicht zu genießen. Nach 1,5 Stunden erreichte ich den Schnee. Jetzt konnte ich die Skier anschnallen.

Je höher ich kam, umso mehr machte sich der Wind bemerkbar. Auf der Alm blies er mich ganz kalt an. Nach einem kurzen Stück sah ich zwei Bäume, unter ihnen ist kein Schnee. Ich ging dort hin, um mich anzuziehen. Als ich die Stelle erreichte, merkte ich, dass sie mir einen Windschutz gaben, also machte ich dort eine Rast, um noch eine kurze zeit nackt zu sein. Ich aß meine Jause und versuchte ein paar Fotos zu machen. Beim Skifahren war das aber mit dem Selbstauslöser gar nicht so einfach. Es war hier sehr angenehm durch den Windschutz und ab und zu schob sich die Sonne durch die Wolken. Ihre warmen Strahlen fühlten sich super an.
Zum weiteren Anstieg zog ich mich dann wieder an. Am liebsten hätte ich mich sofort wieder ausgezogen, denn es kam mir vor, als würde mich meine Kleidung bremsen. Aber nach 10 Minuten blies der Wind mit solch einer Kraft, dass ich froh war, etwas anzuhaben. Nach ca. 200 Höhenmetern erreichte ich wieder einen Wald. Hier sank ich immer wieder tief mit den Skiern ein. Da ich alleine war, musste ich mir natürlich die Spur selbst legen. Hier war der Wind so stark, dass man nur mit größter Mühe gegen ihn ankam und die Sonne wurde von Wolken verdeckt, so dass es fast finster wurde. Deshalb montierte ich meine Felle ab, zog mir meine Goretex-Jacke und die Handschuhe an und fuhr hinab. Im Wald war die Abfahrt schwierig, da ich tief im Schnee einsank. Im freien Hang hatte ich dagegen fast Bedingungen wie beim Firnschnee, es war traumhaft.

Leider ging es viel zu schnell und bald war ich wieder im Katzengraben und somit auch am Ende der Schneedecke. Dort musste ich mir die Ski auf den Rücken schnallen. Da die Sonne schon lange in den Wolken verschwunden und der Wind jetzt hier auch noch sehr intensiv war, blieb ich angezogen. Auf dem Hinweg im Nacktanstieg bewältigte ich 600 Höhenmeter und war ca. zwei Stunden ohne lästige Kleidung. Begegnet ist mir nackt und angezogen niemand. Als ich nackt war, spürte ich den Wind immer wieder ziemlich stark aber meist nur kurz. Es fühlte sich zwar kalt an, war aber nicht unangenehm. Stehen hätte man dort nicht bleiben dürfen aber durch die flotte und intensive Bewegung erzeugte der Körper genügend Wärme, so dass der Wind keine Chance hatte, ihn auszukühlen.
Ich selbst bin immer wieder erstaunt, mit welchen Fähigkeiten zum Überleben wir von der Natur ausgestattet sind und wie viele Möglichkeiten wir haben, wenn wir sie nicht verkommen lassen.
Nacktbergsteiger